Quantitative Ziele
Langfristiges, strategisches Denken und Handeln sehen wir als wesentlichen Erfolgsfaktor unseres Konzerns. Dies erfordert einerseits Visionen, andererseits aber auch konkrete strategische Ziele: die Orientierung für die taktische Ausrichtung des Unternehmens.
Um diese notwendigen Visionen und Ziele zu aktualisieren oder neu zu definieren, erarbeiten wir ca. alle drei Jahre ein Strategiepapier, in dem solche Ziele festgeschrieben werden. Es ist – sehr bewusst – kurz gefasst und nicht auf "Hochglanzpapier" gedruckt, sondern soll als normales Arbeitspapier Leitfaden unseres täglichen Handelns sein.
Um Ihnen diese Leitlinien des Hannover Rück-Konzerns näher zu bringen, haben wir im Folgenden unser Selbstverständnis sowie die strategischen Ziele (unsere "zehn Gebote") dargestellt, die für unser Unternehmen als Ganzes gelten.
Selbstverständnis
Wir wollen uns als für die internationalen Rückversicherungsmärkte bedeutenden, optimal diversifizierten und überdurchschnittlich profitablen Rückversicherungskonzern behaupten, um langfristig die Überlebensfähigkeit als eigenständiges Unternehmen zu sichern.
Das Ziel einer kontinuierlichen Wertsteigerung für alle unsere Aktionäre prägt unser Handeln. Es ist essenziell für uns, unsere Aktie als solides und attraktives Investment zu gestalten.
Als der "etwas andere Rückversicherer" gehen wir unseren eigenen Weg. Dieser ist geprägt von Innovationskraft, Leistungswillen und insbesondere der Qualität unserer Leistungen.
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1. Gewinnziel
Um das Kapital unserer Aktionäre überdurchschnittlich zu verzinsen, streben wir als absolutes Minimum für den Hannover Rück-Konzern im gleitenden 5-Jahres-Durchschnitt ein Betriebsergebnis an, das im Verhältnis zum Eigenkapital mindestens der Durchschnittsrendite 10-jähriger Regierungsanleihen zuzüglich 750 Basispunkten als Risikoprämie entspricht.
Darüber hinaus ist es unser Ziel, den Gewinn je Aktie jährlich um mindestens 10 Prozent zu steigern.
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2. Kapitalbedarf/-kosten
Die Erwirtschaftung des Rendite-Mindestziels wird dadurch sichergestellt, dass bei unserer Preisgestaltung entsprechende Kapitalkosten zwingend berücksichtigt werden. Die Kapitalkosten werden nach Risk-Based-Capital-Gesichtspunkten ermittelt und differenziert. Diese Berechnungen basieren auf einem Risikograd, der höchstens einmal in 25 Jahren den Ausfall der Dividendenzahlung in Betracht zieht.
Im Hinblick auf die zunehmende "flight to quality" kommt den für unsere Branche einschlägigen Ratings eine gesteigerte Bedeutung zu. Unser Eigenkapital muss deshalb so ausgestattet sein, dass ein Standard & Poor’s-Rating von mindestens AA (entspricht A+ von A.M. Best) nachhaltig sichergestellt ist.
Die positive Abweichung zwischen Eigenkapitalbedarf nach Risk-Based-Capital-Gesichtspunkten und tatsächlichem Eigenkapital führt zu einer Kapitalreserve, die wir risikomäßig entsprechend unseren Gewinnzielen exponieren.
Um die Kapitalkosten möglichst gering zu halten, bevorzugen wir – im Rahmen der Toleranzgrenzen der Ratingagenturen – Fremdkapital vor Eigenkapital. Kapitalsubstitute (Transfer von Risiken in den Kapitalmarkt sowie konventionelle Retrozessionen) nutzen wir ebenfalls intensiv.
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3. Aktienkurs
Um die Kosten für die Eigenkapitalbeschaffung möglichst gering zu halten, kommt der Entwicklung des Aktienkurses eine herausragende Bedeutung zu. Die Entwicklung des Gewinns je Aktie sowie unsere Investor Relations-Aktivitäten sollen eine Kursentwicklung sicherstellen, die in einem gleitenden 3-Jahres-Durchschnitt über der Performance des ungewichteten Welt-Rückversicherungs-Index liegt.
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4. Investitionen
Als Rückversicherer, der seine Wurzeln im obligatorischen Geschäft der sehr wettbewerbsintensiven, zyklischen und volatilen Schaden-Rückversicherung hat, genießen Investitionen in die Optimierung des Portefeuille-Mix erste Priorität. Innerhalb der einzelnen strategischen Geschäftsfelder bestimmen wir geographische, sparten- oder produktmäßige Prioritätsbereiche, die im Falle von Investitionskonflikten Vorrang genießen.
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5. Wachstum
Wachstum bedeutet für uns primär Zunahme des Gewinns und nicht Ausweitung des (Brutto- oder Netto-)Prämienvolumens. Zukäufe ziehen wir in Betracht, soweit sie uns der Erfüllung unserer strategischen Prioritäten näher bringen und unseren Gewinnzielen und Renditeanforderungen entsprechen. Kapitalbeteiligungen an Erstversicherern aus Marketinggesichtspunkten sehen wir dagegen nicht als sinnvolles Akquisitionsinstrument an.
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6. Kapitalanlagen
Generelles Ziel unserer Kapitalanlagestrategie ist es, einen optimalen Deckungsbeitrag zum betriebswirtschaftlichen Ergebnis zu erwirtschaften. Aufgrund des bereits hohen Risikogrades in unserem Hauptgeschäft Rückversicherung hat jedoch Risikobegrenzung Vorrang vor Renditemaximierung.
Als Basis unserer Kapitalanlagestruktur gilt der Grundsatz, dass das Eigenkapital im Sinne von US GAAP langfristig (insbesondere in Aktien), die versicherungstechnischen Rückstellungen dagegen kurz- und mittelfristig angelegt werden. Eine darüber hinausgehende Optimierung der Kapitalanlagestruktur soll über ein wissenschaftlich fundiertes Asset Liability Management erreicht werden.
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7. Organisation und Infrastruktur
Wir streben eine an den Geschäftsprozessen orientierte, effiziente Organisation mit minimaler Bürokratie an.
Das Informationsmanagement entwickelt sich zunehmend zu einem essenziellen Wettbewerbsfaktor. Unsere Informations- und Kommunikationssysteme gewährleisten eine optimale Unterstützung unserer Geschäftsprozesse und orientieren sich unter Kosten-/Nutzenerwägungen an den neuesten technologischen Entwicklungen. Hierfür erforderliche Investitionen werden bevorzugt getätigt.
Das Rechnungswesen ist so organisiert, dass es den Anforderungen der internationalen Kapitalmärkte und den internen Steuerungs- und Kontrollerfordernissen gerecht wird.
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8. Personalpolitik
Für ein weltweit tätiges Finanzdienstleistungsunternehmen mit professioneller Klientel sind Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter der Kapitalausstattung gleichwertige Erfolgsfaktoren. Wir bieten deshalb Arbeitsplätze, die für leistungsorientierte und sich mit den Unternehmenszielen identifizierende Mitarbeiter attraktiv sind. Die Qualifikation und Motivation unserer Mitarbeiter permanent auszubauen, ist Ziel unserer Personalentwicklungs- und Führungsarbeit. Durch größtmögliche Delegation von Aufgaben, Befugnissen und Verantwortung sowie durch Vereinbarung anspruchsvoller Ziele fördern wir unternehmerisches Denken auf allen Ebenen. Bei den Mitgliedern des Internationalen Führungskreises drückt sich dieses Prinzip außerdem in erfolgsorientierten Vergütungskomponenten sowie in attraktiven Aktienoptionen aus.
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9. Qualität
Qualität nimmt einen besonderen Rang in unserem Denken und Handeln ein. Durch gezielte Maßnahmen und einen permanenten Prozess der Qualitätsverbesserung streben wir an, der Qualitätsführer der internationalen Rückversicherung zu werden ("Mit uns arbeiten die Kunden am liebsten!"), um uns dadurch Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten.
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10. Risikomanagement
Unser Risikomanagement verfolgt regelmäßig alle globalen, strategischen und operativen Risiken des Hannover Rück-Konzerns. Neben den Kontroll- und Frühwarnsystemen für die traditionellen versicherungstechnischen Risiken werden auch Systeme zur Erkennung und Bewältigung aller übrigen für den Fortbestand des Konzerns relevanten Risiken entwickelt und gepflegt.
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Quantitative Ziele
Aufgrund von außerordentlichen Steuereffekten im Zusammenhang mit der Änderung der Körperschaftsteuersätze in den Jahren 1999 und 2000 basieren die Zielwerte für die Jahre 2000 und 2001 auf den Ergebissen des Jahres 1998.
Um die Erfüllung unseres unternehmensweiten Eigenkapitalrenditeziels sicherzustellen, haben wir es auf speziell definierte Einheiten innerhalb unseres Gesamtgeschäftsvolumens heruntergebrochen. Dazu haben wir es in über 40 – aus Risikosicht möglichst homogene – Risikoeinheiten unterteilt.

Die Höhe des Risikos – vorrangig bestimmt durch die Volatilität des versicherungstechnischen Ergebnisses – ist dabei die Messgröße für den Eigenkapitalbedarf der jeweiligen Risikoeinheit. Dabei gilt: je volatiler der Ergebnisverlauf, desto höher der Eigenkapitalbedarf. Dementsprechend lässt sich der Eigenkapitalbedarf für jedes einzelne Risikosegment bestimmen.
Aus der Kombination dieser Kenntnisse mit unserem Eigenkapitalrenditeziel lässt sich eine Mindestumsatzrendite berechnen, die jeder abgeschlossene Vertrag erwirtschaften muss, um eine ausreichende Eigenkapitalrendite zu generieren. Damit sind unsere Underwriter in der Lage, jedes einzelne angebotene Geschäft auf seinen Beitrag zur Erfüllung unseres Eigenkapitalziels zu prüfen. Die Erreichung dieser Vorgabe ist wichtiger Bestandteil der Zielvereinbarungen unserer Führungskräfte und damit auch unseres Entlohnungssystems. So stellen wir auf operativer Ebene sicher, dass unser Eigenkapitalrenditeziel für das Gesamtunternehmen erfüllt wird.
Aus den oben definierten Gewinnzielen ergibt sich folgende Zielgrößenbetrachtung:

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