Die Finanzmärkte verliefen im Jahr 2000 wieder sehr volatil, teilweise sogar turbulent. Dies gilt besonders für die Aktienmärkte; sie wurden durch die Vorgaben aus den USA geprägt und entwickelten sich unterschiedlich. Die weiter anhaltende Hausse in den Sektoren Technologie, Medien und Telekommunikation trieb die führenden Indizes in den USA und Europa bis in den März hinein auf fundamental kaum nachvollziehbare Höchststände. Vor allem diese Titel waren dann im zweiten Halbjahr von einem zum Teil dramatischen Kursverfall betroffen. Auf die offensichtlichen Übertreibungen der Kursentwicklung bis in den Mai hinein reagierte die US-Notenbank mit einer restriktiven Zinspolitik, um möglichen Inflationsgefahren schon frühzeitig zu begegnen. Noch im Sommer war für die große Mehrzahl der Marktteilnehmer nicht erkennbar, dass sich die Konjunktur so stark abschwächen würde, mit einem entsprechenden Verfall der Aktienkurse. Zusätzlich zu den Zinserhöhungen in den USA sorgte der starke US-Dollar für eine zusätzliche Abkühlung der Konjunktur in den USA. Außerdem erhöhten sich die Preise für Energie drastisch – vornehmlich für das Rohöl – und belasteten die konjunkturelle Entwicklung weltweit. Damit war das Hoch im Konjunkturzyklus offenbar endgültig überschritten, und die Abschwungtendenzen drückten zusätzlich auf die Aussichten der Unternehmen und damit auf die Börsenwerte.
Die Zinspolitik der USA, die schon maßgeblichen Einfluss auf die Aktienkursentwicklungen hatte, dominierte auch die Zinsmärkte. Insbesondere im Bereich der kurzen Laufzeiten kam es durch Leitzinserhöhungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank im ersten Halbjahr zu Zinssteigerungen. Im zweiten Halbjahr verhielten sich die Notenbanken angesichts der abnehmenden amerikanischen Konjunktur eher abwartend. Die längeren Laufzeiten z. B. der 10-jährigen Regierungstitel erlebten das ganze Jahr hindurch einen beeindruckenden stabilen Trend. Beachtlich war in diesem Zusammenhang, dass im Januar 2000 die Zinskurve erstmalig in diesem Zyklus invers verlief: die Rendite für 30-jährige Zinspapiere fiel unter die mit zehnjähriger Laufzeit. Es kam so zu weiteren Zinssenkungen mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Kursverläufe am Rentenmarkt. Die Zinsen für 10-jährige US-Treasury-Papiere fielen von mehr als 6,8 % im Januar auf unter 5 % im Dezember. Der gleiche Trend führte die Benchmark-Rendite in Europa von 5,7 % auf 4,8 %.
Damit hatte sich die Lage an den Finanzmärkten im Verlauf des Jahres nahezu in das Gegenteil verkehrt. Den anfangs haussierenden Aktien- und labilen Rentenmärkten standen am Ende drastische Kursverluste bei den Unternehmenswerten und festere Rententitel gegenüber.
Obwohl wir unser Rückversicherungsgeschäft deutlich ausgebaut haben, sind unsere selbst verwalteten Kapitalanlagen (d. h. ohne Depotforderungen) nur leicht um 3,5 % auf 10,2 Mrd. EUR (9,8 Mrd. EUR) angestiegen. Im Personen-Rückversicherungsgeschäft werden die vom Rückversicherer zu übernehmenden Deckungsrückstellungen vertragsgemäß häufig beim Zedenten deponiert. Daher führt das hohe Beitragswachstum in diesem Segment nicht zu einem entsprechenden Zugang in unseren selbst verwalteten Kapitalanlagen. Ähnliches gilt für das Programmgeschäft durch die geringe Selbstbehaltsquote und für das Finanz-Rückversicherungsgeschäft, in dem ebenfalls häufig auf den echten Austausch der Aktiva verzichtet wird. Obwohl die Schaden-Rückversicherung im Berichtsjahr ein sehr hohes Wachstum vorlegen konnte, hat sich dies noch nicht maßgeblich auf den Zuwachs in den Kapitalanlagebeständen ausgewirkt, da die im Kalenderjahr 1999 eingetretenen Naturkatastrophen, insbesondere die Winterstürme, im Kalenderjahr 2000 zu hohen liquiden Abflüssen in Form von Schadenzahlungen geführt haben.

In der Struktur unserer Kapitalanlagebestände ergaben sich im Berichtsjahr keine gravierenden Veränderungen. Entsprechend unserer Strategie, das Eigenkapital des Konzerns in Aktien zu investieren, haben wir unsere gesamten Aktienbestände auf ca. 1,6 Mrd. EUR erhöht. Im Verhältnis zu unseren gesamten selbst verwalteten Kapitalanlagen ergibt sich somit eine Aktienquote von 15,6 % nach 14,0 % im Vorjahr. Allerdings haben wir innerhalb unseres Aktienbestands aufgrund der sich abzeichnenden negativen Marktentwicklung erhebliche Umschichtungen vorgenommen. Die zuvor bestehende Übergewichtung in Technologie- und Wachstumswerten wurde ab April 2000 nahezu vollständig abgebaut. Diese erheblichen Bestandsverkäufe haben, wie bereits im Vorjahr, zu hohen Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen geführt. Der Zuwachs in unseren Aktienbeständen wurde im Wesentlichen durch den Abbau kurzfristiger Kapitalanlagen finanziert, die sich auf 476 Mio. EUR nach 709 Mio. EUR im Vorjahr reduzierten.
Schwerpunkt unserer Kapitalanlagen bilden mit einem unveränderten Anteil von 67 % nach wie vor die festverzinslichen Wertpapiere, wobei die hohe Qualität des Portefeuilles das Kapitalanlagerisiko insgesamt reduziert. Aufgrund der Zinsentwicklungen der letzten Jahre lag die Durchschnittsverzinsung unserer festverzinslichen Wertpapiere bei vergleichbarer Laufzeitstruktur leicht unter der des Vorjahrs.

Unsere Kapitalanlagen im Bereich "Wachstumskapital" und "Private Equity" sind unter der Position "Sonstige Kapitalanlagen" bilanziert. Ihr Anteil an den gesamten Kapitalanlagen hat sich im Berichtsjahr 2000 sowohl absolut wie auch relativ nur unwesentlich verändert.
Die unrealisierten Kursgewinne in unseren festverzinslichen Wertpapier- und Aktienbeständen haben sich per Saldo um 16 Mio. EUR auf 102 Mio. EUR reduziert. Das zurückgehende Zinsniveau führte im festverzinslichen Wertpapierbestand zu einer positiven Wertentwicklung von insgesamt 149,6 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Demgegenüber verringerten sich die unrealisierten Kursgewinne in den Aktienbeständen aufgrund von Abgangsgewinnen und der allgemeinen Marktentwicklung von 169,2 Mio. EUR auf 15,5 Mio. EUR spürbar.
Die ordentlichen Kapitalerträge haben sich, trotz der nur leicht gestiegenen selbst verwalteten Kapitalanlagebestände, kräftig um 28 % auf 799 Mio. EUR erhöht. Diese Erhöhung ist im Wesentlichen auf deutlich gestiegene Depotzinsgutschriften insbesondere in der Finanz-Rückversicherung sowie auf höhere Zinsgutschriften auf die Deckungsrückstellungen der Lebensrückversicherung zurückzuführen.
Die Bestandsumschichtungen in unserem Aktienportefeuille sowie die wiederum gute Ertragsentwicklung in unserem "Private Equity"-Bestand haben erneut zu erfreulich hohen Gewinnen aus dem Abgang von Kapitalanlagen geführt. Im Vorjahr waren die realisierten Abgangsgewinne durch einen im Zusammenhang mit einem Lebensrückversicherungsvertrag stehenden Sondereffekt in Höhe von 50 Mio. EUR positiv beinflusst. Dennoch konnte mit einem Gesamtertrag von 251 Mio. EUR das außerordentlich hohe Niveau des Vorjahrs sogar noch übertroffen werden. Die Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen bewegen sich mit 70,5 Mio. EUR auf Vorjahresniveau und stammen ebenfalls im Wesentlichen aus unseren Aktienbeständen. Deutlich höher sind dagegen die sonstigen Aufwendungen für die Kapitalanlagen. Hier ergab sich ein Anstieg um 57 Mio. EUR auf 107 Mio. EUR, der auf eine Änderung des Bewertungsverfahrens für unsere Beteiligungen an zwei inländischen Unternehmensbeteiligungsgesellschaften zurückzuführen ist. Diese Änderung führte zu einem Abschreibungsaufwand von 55 Mio. EUR. Bereinigt um diesen Sondereffekt beläuft sich der Anstieg in den sonstigen Kapitalanlageaufwendungen auf 2 Mio. EUR.
Per Saldo ergibt sich ein Netto-Kapitalanlageergebnis von 869 Mio. EUR, das somit das sehr zufrieden stellende Ergebnis des Vorjahres nochmals um 5 % übertreffen konnte.